125 Jahre FF Reichenthal von 1888 bis 2013

Die Gründung
Größere Ereignisse bis zum 2. Weltkrieg
Während des zweiten Weltkrieges
Nach dem zweiten Weltkrieg
1988 bis 2013
Fahrzeuge und Ausrüstung
Chronik des Kommandos

Die Gründung

„Nicht eitle Ruhmsucht oder dergleichen war der Beweggrund, der einst die Männer erfüllte, die daran gingen, in Reichenthal eine Feuerwehr zu gründen, sondern getreu dem Wahlspruch „Gott zur Ehr´, dem Nächsten zur Wehr“ übernahmen sie die schwere Arbeit.„
Dies waren die einleitenden Worte der Festschrift „40 Jahre FF Reichenthal“, welche im Jahr 1928 verfasst wurde.

Die im Jahr 1873 erlassene, erste Feuerpolizeiordnung für das Erzherzogtum Österreich ob der Enns, verpflichtete die Gemeindevorsteher, Feuerwehren zu gründen. Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Häuser und ganze Ortschaftsteile aufgrund ihrer Beschaffenheit immer wieder von großen Brandkatastrophen heimgesucht. In der damaligen Nachbargemeinde Oberhaid (dieser Ort gehört jetzt zur Republik Tschechien) brach im Jahr 1887 im Rathaus ein Brand aus, welcher sich auf insgesamt 15 Häuser ausbreitete. Unter anderem wurde auch die Schule ein Raub der Flammen. Es liegt die Vermutung nahe, dass dieses Unglück den Hauptanlass gab, dass in Oberhaid und auch in Reichenthal im nachfolgenden Jahr eine Feuerwehr gebildet wurde.
Der Fleischhauer Karl Preinfalk aus Reichenthal 7 hat im Jahr 1888 die gründende Versammlung einberufen und konnte im selben Jahr 33 Mann für dieses Ehrenamt gewinnen. Er war es auch, der die FF Reichenthal  vier  Jahre lang als erster „Feuerwehrhauptmann“ anführte.
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Größere Ereignisse bis zum 2. Weltkrieg

Am 17. Mai 1889 hatte die „junge Wehr“  ihre erste Feuertaufe zu bestehen, als im Hause Nöbauer (jetzt Stumpner) ein Feuer ausbrach, welches schließlich die linke Marktseite von Reichenthal fast zur Gänze einäscherte.
Weitere betroffene Häuser: Malzner (Baumgartner), Etzelstorfer (Frauenhuber), Kratky (Walchshofer), Apfolterer (Wurzinger), Lang, Gilhofer (Pfarrhof) und Peckl (Wutzel/Katzmaier).
Ausgerückte Feuerwehren: Leonfelden, Schenkenfelden, Hellmonsödt und Oberhaid.

10. April 1892: Ausrückung zum großen Marktbrand in Leonfelden, dem 98 Häuser, die Kirche, das Rathaus und 35 Scheunen zum Opfer fielen.

Unter dem Oberlehrer Alois Beran, welcher von 1900 bis 1909 als Kommandant wirkte, waren zahlreiche Fortschritte zu verzeichnen: Die Erbauung des Feuerwehrdepots (Baubeginn 1903), die Gründung einer Hornistenschule und der Ankauf einer moderneren Spritze. In der Zeit seines Wirkens wurde auch die Feuerwehr in Stiftung gegründet.

Am 3. Juli 1904 rückte die FF Reichenthal zum Brand von elf Häusern in Summerau aus.
Bei diesem Einsatz rettete der Reichenthaler Feuerwehrmann Josef Preinfalk gemeinsam mit einem Gendarmeriebeamten eine Frau aus den Flammen, wobei beide Retter Brandwunden davontrugen.
Eine Summerauerin verlor jedoch bei diesem Unglück ihr Leben.

Das 25-jährige Bestandsjubiläum im Jahr 1914 wurde in höchster Euphorie gefeiert, das Fest musste jedoch unterbrochen werden, wie der folgende Ausschnitt aus der Festschrift des Jahres 1928 zeigt:

„Das Jahr 1914 war für den Verein ein Jubeljahr. Am 21. Juni feierte die Feuerwehr ihr 25jähriges Wiegenfest unter dem Kommando des Hauptmannes Michael Tröbinger. Die Bewohner Reichenthals waren bemüht, zu Ehren der ankommenden Gäste ihre Häuser mit Kränzen und Fahnen zu schmücken. Auch der Wettergott war gut gelaunt. Am Vorabend wurde das Fest mit einem Fackelzug eingeleitet. Am Festtag selbst war schon nach dem musikalischen Weckruf um halb 5 Uhr früh die Mannschaft unter dem Kommando ihrer Chargen ausgerückt, um die ankommenden fremden Vereine mit Musik zu empfangen. Zirka fünfhundert fremde Feuerwehrkameraden trafen im Laufe des Vormittags von Oberhaid bis Traberg ein. Um 9 Uhr fand der Festgottesdienst statt.
Der Festzug musste am Nachmittag abgebrochen werden, weil aufgrund eines heraufkommenden starken Gewitters der Blitz im Steineckerhaus in Freudenthal einschlug und daher Feueralarm gegeben werden musste.“

Während des ersten Weltkrieges mussten 42 Mann von der Freiwilligen Feuerwehr Reichenthal in den Kampf ziehen, wobei acht Kameraden auf dem Schlachtfeld ihr Leben lassen mussten. In diesen vier schicksalshaften Jahren wurde die Feuerwehr stark geschwächt, sodass im Jahr 1919 die Körperschaft unter dem Kommandanten Michael Tröbinger wieder völlig neu organisiert und aufgebaut werden musste.

Im sogenannten „Lebnhaus“ (Besitzer Adam Malzner) brach am 3. Mai 1927 um ein Uhr Mittag ein Brand aus, der auf die Häuser Mülleder und Fürlinger übergriff. 14 Feuerwehren trafen zur Brandbekämpfung ein. Unter ihnen auch die Freiwillige Feuerwehr Oberhaid, diese gehörte zum damaligen Zeitpunkt bereits zur Tschechoslowakei, welche im Jahr 1918 gegründet wurde.

Im selben Jahr musste die FF Reichenthal mit 28 Mann zu einem Großbrand nach Waldburg ausrücken, der 6 Häuser einäscherte.

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Bild von der Fahnen- und Spritzenweihe am 30. Juni 1929

Am 8. August 1935 ist in Oberhaid ein Großbrand ausgebrochen, fast alle Häuser der Nordseite des Marktplatzes sind abgebrannt. Als Ursache wurde Brandstiftung festgestellt. Dieser Einsatz wurde als letzte Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren Reichenthal und Oberhaid dokumentiert. Die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem zweiten Weltkrieg und die Errichtung des Eisernen Vorhanges bedeuteten das Ende der damals guten nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen den Gemeinden Reichenthal und Oberhaid.

Während des zweiten Weltkrieges

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen im Jahr 1938 wurden wesentliche Änderungen in der Organisation der Feuerwehren der Gemeinde Reichenthal verfügt.
Mit Erlass der O.Ö. Landeshauptmannschaft wurden alle in der Gemeinde bestehenden Feuerwehren zusammengelegt. Dementsprechend wurden die Freiwilligen Feuerwehren Stiftung und Miesenbach mit der Freiwilligen Feuerwehr Reichenthal vereinigt. Gemeindewehrführer wurde der bisherige Kommandant der Feuerwehr Reichenthal, Michael Preinfalk. Eine Bestandsaufnahme vom 20. 9. 1938 weist je eine Motorspritze in Reichenthal, Stiftung  und Miesenbach sowie 2 Handdrückspritzen in Reichenthal und je eine Handdrückspritze in Stiftung und Miesenbach aus.
Der Mannschaftsstand betrug wie folgt: Reichenthal: 69 Männer, Stiftung: 50 Männer und Miesenbach: 30 Männer.
Das erste Schreiben an die neue Feuerwehrkreisleitung vom 2. Februar 1939 stellt den Schuldenstand der Freiwilligen Feuerwehr Reichenthal mit öS 2.000,- bzw. 1.333,- Reichsmark dar. Diese Schulden stammten noch vom Ankauf der Motorspritze und des Spritzenwagens aus dem Jahr 1929, deren Abzahlung wegen der schlechten Wirtschaftslage ebenso wenig gelang, wie die Einlösung der Anteilscheine. Letztlich übernahm die Gemeinde Reichenthal die Schulden.
Eine bedeutende Änderung der Feuerwehrorganisation bewirkte der Erlass des  Höheren SS und Polizeiführers von Wien, der die Gliederung der Feuerwehren neu ordnete.
Demzufolge stellte Reichenthal, Stiftung und Miesenbach je einen Löschzug, ausgerüstet mit je einer Kraftspritze und einer Handdruckspritze. Dem Zug Reichenthal angegliedert  war die Hilfsgruppe  Schwarzenbach, der offensichtlich die 2. Reichenthaler Handdruckspritze zugeteilt war.
Mit Ausbruch des Krieges ordnete der Bürgermeister zur Kontrolle der Verdunkelung einen Wachdienst der  Feuerwehr an, zu dem auch Nichtmitglieder verpflichtet wurden. Da Einflüge bis in unsere Gegend damals noch nicht möglich waren, flaute der Wachdienst ab und wurde deshalb am 3.11.1939 eingestellt.
Auf Grund des neuen Gesetzes über das Feuerlöschwesen für die Ostmark (Österreich) wurden die Feuerwehren zur  technischen Hilfspolizeitruppe, welche dem Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei unterstellt war. Die Erhaltung der Feuerwehren und der Brandverhütung wurde im Wesentlichen den Gemeinden übertragen.

Am 13. März 1943 kam es zum Brand der Häuser Mülleder und Glaser in Lahrndorf. Die Wehr wurde dabei  erstmals mit einem Lastwagen der Fa. Moßbauer zum Brandplatz gefahren.
Nach einer Aufstellung  vom 26. Juli 1943 verfügte die Gemeindefeuerwehr damals über 59 Aktive.

Am 10. Juni 1944 brach im Ortsbereich von Reichenthal um 16 Uhr ein Großbrand aus, dem die Häuser Katzmaier, Etzelstorfer, Wurm, Weißenböck und Köck zum Opfer fielen. Während des Brandes kam noch ein heftiges Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen dazu, vor dem Teile der erschöpften Wehr in das Gasthaus Preinfalk (Frick) flüchteten. Während dieser Zeit schlug ein Blitz nur wenige Meter neben dem Besitzer in das  Poscher-Haus des Wenzel Payr in Liebenthal 1 ein und setzte es in Brand. An der Brandbekämpfung beteiligten sich außer der heimischen Wehr jene von Leonfelden, Schenkenfelden, Rainbach, Freistadt und Hohenfurth.

Die laufend geringer werdende Zahl der aktiven Wehrmänner erzwang die Einstellung von Feuerwehrhelferinnen. Am 22. August 1944 wurde eine Mädchengruppe mit vorerst sechs später acht Mädchen aufgestellt. Dieser gehörten an: Oßberger Anni, Wiesinger Lini, Handlbauer Christl, Fürlinger Cilli, Frauenhuber Frieda, Unger Greti, Frauenhuber Anni und Ruckendorfer Mitzi.
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Ein Foto aus der Kriegszeit mit den Feuerwehrhelferinnen im Hintergrund
 
Mitgliederstand 1. März 1945: 31 Aktive Mitglieder und 8 FF-Helferinnen

Vom Zug der Gemeindefeuerwehr Reichenthal waren 63 Mann in den Krieg gezogen, 13 Mann kehrten nicht mehr heim. Einige von den Überlebenden mussten zum Teil in jahrelanger Gefangenschaft im Ausland verbringen.

Nach dem zweiten Weltkrieg

Nach dem Zusammenbruch des „dritten Reiches“ galt es für die Verantwortlichen, die Feuerwehrstrukturen wieder aufzubauen. Da die Uniformen während des Krieges abgeliefert werden mussten, bedurfte es eines Ersatzes. Wegen der fehlenden Mittel war man damals erfinderisch: Die herumliegenden Wehrmachtsuniformen wurden aufgesammelt, zertrennt, umgefärbt und in mühsamer Handarbeit zu Feuerwehruniformen verarbeitet.

Der Reichenthaler Wehrführer Michael Hackl wurde bei der Bezirkstagung am 22.9.1946 zum Bezirksfeuerwehrinspektor gewählt.

Am 7.12.1947 wurde die Gemeindefeuerwehr Reichenthal auf Antrag der Wehren Stiftung und Miesenbach wieder in 3 Feuerwehren aufgeteilt.

Im Jahr 1949 wurde ein Faschingszug veranstaltet, bei dem als Reingewinn 5000 Schilling eingenommen wurden.

Ein Blitzschlag am 23.7.1950 löste in Eibenstein einen Brand aus, der die Häuser Pühringer (Richter), Hofstadler (Seppalbauer) und Preinfalk (Spirmer) einäscherte.

Am 23. April 1951 kam es zu einem Großbrand in Schenkenfelden, dem die ganze Südostseite des Marktes mit 16 Häusern und deren Scheunen sowie die Kirche zum Opfer fielen. Ursache war vermutlich ein Kurzschluss. Bei diesem tragischen Ereignis kamen zwei Menschen ums Leben.

Am 16. August 1953 trennte sich die bisherige Feuerwehrmusikkapelle von unserer Wehr und gründete einen eigenen Musikverein.

Hochwasser 1954: Die intensiven Starkniederschläge am 7.7.1954 und 8.7.1954 ließen die Bäche und Flüsse rasch ansteigen. Es kam zu großen Überschwemmungen, die sich durch die nachfolgend anhaltenden Niederschläge zur größten Hochwasserkatastrophe des 20. Jahrhunderts im bayerisch-österreichischen Donauraum entwickelten. Im Stadtgebiet von Linz waren mehr als 2000 ha überschwemmt, 5500 Personen mussten evakuiert werden.
Die Feuerwehr Reichenthal wurde zu vielen Einsätzen gerufen, wie zB. zur Hofmühle in Hayrl oder zum Sägewerk Lorenzmühle. Auch bei Hilfseinsätzen im Donaubereich war die FF vertreten.

Im Jahr 1955 kam es wieder zu mehreren Hochwassereinsätzen bei den Mühlen entlang des Kettenbaches.

Um Mittel für den Zeughausbau und das neue Einsatzfahrzeug  LF-B Mercedes aufzubringen, veranstaltete die FF Reichenthal in den Jahren 1975, 1977 und 1979 ein Volksfest auf dem Gelände der Fa. Manzenreiter mit großem Erfolg. Die Gewerbebetriebe stellten ihre Waren und Erzeugnisse aus, die Bauern ihre Zuchtrinder und Pferde und die Jägerschaft machte eine Trophäenschau.

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Hoher Besuch beim Volksfest im Jahr 1979: Landeshauptmann Dr. Josef Ratzenböck (im Bild rechts) im Gespräch mit dem Bürgermeister Felix Denkmayr, daneben Kommandant Franz Baumgartner. Ganz links: Ing. Rupert Ritirc, späterer Kommandant.

Am 16.3.1980 brach im ehemaligen Restaurant Schauer am oberen Teil des Marktplatzes ein Brand aus, welcher die gesamte Einrichtung vernichtete. Durch den raschen Einsatz konnte ein Übergreifen auf andere Gebäudeteile verhindert werden.

Vom 21. bis 23.8.1980 kam es immer wieder zum Entzünden des Spänesilos der Fa. Manzenreiter. Trotz Einsatz von Leichtschaum konnte der Brandherd nicht erstickt werden. Erst nach vollständiger Entleerung des Silos konnte Entwarnung gegeben werden.

Am 8.10.1982 wurde die FF Reichenthal zum Brand des Plankgutes in Lahrndorf gerufen. Schadenshöhe: rund  5 Millionen Schilling.

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Brand beim Plankgut im Jahr 1982

Am 10.3.1983 brach im Buffet Haidinger am Marktplatz ein Brand aus, der sich auf das Lokal beschränkte.

Am 7.12.1983 setzte ein in Brand geratener Adventkranz um 1.45 Uhr früh ein Wohnhaus im Teichweg in Brand. Wegen eines eingefrorenen Deckels zum Unterflurhydranten trat eine Verzögerung der Wasserversorgung ein. Es herrschten Minustemperaturen, sodass sogar das Wasser in den Schläuchen gefror. Trotz der schwierigen Bedingungen konnte die zweite Haushälfte gerettet werden.

Als Folge des Reaktorunglücks vom AKW Tschernobyl im April 1986 wurde den Feuerwehren das Abwaschen des Staubes von Plätzen, Straßen und Gehsteigen angeordnet, um die Rückstände der radioaktiven Niederschläge zu entfernen.

Ein am 27. Juli 1986 veranstaltetes Marktfest mit Flohmarkt brachte einen Reingewinn von öS 64.000,– ein.

1988 bis 2013

Vom 3. bis 4. September 1988 feierte die FF Reichenthal das 100jährige Gründungsfest, bei dem 15 Feuerwehren mit insgesamt 260 Feuerwehrmännern sowie 4 Musikkapellen teilnahmen. In diesem Jubiläumsjahr war die FF Reichenthal durch monatliche Veranstaltungen und Aktionen verstärkt präsent.

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Ein Highlight in diesem besonders aktiven Jahr 1988 war der Abschnittsbewerb, welcher auf dem Sportplatzgelände stattfand.

Am 12. April 1988 wurde der Altpfarrer Kons.Rat Josef Glöckl (+ 7.4.1988) zu Grabe getragen.

Bei einer Haussammlung wurden  48.000,- Schilling eingenommen.
Im Dezember 1988 legte Kdt. Baumgartner seine Funktion zurück und übergab an den Stellvertreter Ing. Rupert  Ritirc.
Bei der Jahreshauptversammlung am 12.2.1989 wurde Ing. Rupert Ritirc zum Kommandanten und Josef Oßberger jun. zum Kommandant-Stellvertreter gewählt.

Am 29.3.1989 wurde die FF Reichenthal um 6.20 Uhr zum Brand des Sägespänesilos der Tischlerei Manzenreiter gerufen. Insgesamt 9 Feuerwehren der Alarmstufe II waren eingesetzt und konnten eine Ausweitung des Feuers auf die angrenzende Fertigungshalle verhindern.
Ausrückung am 8.6.1989 mit dem TLF zum Brandeinsatz des Wirtschaftsgebäudes Manzenreiter in Hirschbach.

Vom 29. bis 30. Juli 1989 wurde ein Marktfest veranstaltet. Nach dem vorabendlichen Dämmerschoppen im Park wurde am Sonntag ein Frühschoppen abgehalten, der durch das prächtige Wetter mit zahlreichem Besuch glänzte. Die Marktfeste waren mehrere Jahre ein fixer Bestandteil im jährlichen Veranstaltungskalender.

Durch ein Hagelunwetter wurde am 5.4.1991 die Garage der Familie Wiesinger am Gemeindeberg überschwemmt. Die FF setzte Motorspritze und Tauchpumpe ein.

Durch ein Unwetter am 16.6.1991, das über den nördlichen Teil des Mühlviertels hereinbrach, mussten auch in Reichenthal mehrere Keller ausgepumpt werden. Zahlreiche Bäume lagen in Richtung Lahrndorf über die Straße und wurden gemeinsam mit der FF Waldburg entfernt.

Nach einem Brandalarm am 5.10.1991 rückte die FF mit dem Tanklöschfahrzeug und mit dem Löschfahrzeug LFB zum Sägewerk Seiberl in Schöndorf aus. Gelagertes Holz war an der Hallenwand in Brand geraten, es drohte die Ausweitung des Brandes auf die Leimbinder und Staublatten. Die FF Miesenbach war ebenfalls mit dem Kleinlöschfahrzeug zur Stelle. Sachwerte in Millionenhöhe wurden dank des schnellen Einsatzes gerettet.

Zum wiederholten Male brannte das Wirtschaftsgebäude des Deslgutes in Marreith bei Hirschbach im Mühlkreis ab. Diesmal wegen Zündelei durch ein fünfjähriges Kind. Die FF Reichenthal rückte in der Alarmstufe III mit dem Tanklöschfahrzeug aus.

Zu einem Zimmerbrand in Waldburg rückten am 15.2.1992 insgesamt sieben Mann mit dem Tanklöschfahrzeug aus.

Am 16. März 1992 erlitt Kommandant Ing. Ritirc während eines Thermenaufenthaltes in Slowenien einen Schlaganfall. Aufgrund der Auswirkungen dieser schwerwiegenden Krankheit war es ihm nicht mehr möglich, sein Amt als Feuerwehrkommandant weiter auszuüben. Josef Oßberger jun. übernahm als Stellvertreter die Funktion des Kommandanten bis zur Neuwahl im Jahr 1993, wo er schließlich als Kommandant gewählt wurde.

Am 20. April 1992 rückte die Feuerwehr mit dem Tanklöschfahrzeug unter Einsatz von schwerem Atemschutz zum Brand des Dachbodens beim Wohntrakt der Familie Schinagl in Eibenstein aus.

In Vierhöf kam im Mai 1992 ein unbesetzter PKW ins Rollen, welcher nach einer kurzen Irrfahrt anschließend in den offenen Löschbehälter stürzte. Aufgrund der Intervention der Feuerwehr Reichenthal baute man noch im selben Jahr mit Unterstützung durch Gemeinde- und Landesmittel einen gedeckten Löschbehälter anstatt des bestehenden Löschteiches.

Zur Fahrzeugsegnung des neuen Kommandofahrzeuges kamen am 13. Juni 1992 zahlreiche Kameraden von den umliegenden Feuerwehren, den Abschluss bildete ein Dämmerschoppen.
Am nächsten Tag wurde bei strahlendem Wetter ein Tag der offenen Tür veranstaltet.

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Fahrzeugweihe des Kommandofahrzeuges im Juni 1992 mit Pfarrer Anton Renauer

Ausrückung am 20. April 1993 mit 12 Mann zum Brandeinsatz des Wirtschaftsgebäudes der Familie Pachl in Tischberg. Der Brand, bei dem die Alarmstufe III ausgerufen wurde, wurde durch einen elektrischen Defekt ausgelöst. Zum Einsatz kamen das Tanklöschfahrzeug samt Atemschutzträgern und das Löschfahrzeug LFB.

Am 1. August 1993 fand am Reichenthaler Marktplatz wieder ein von der FF organisiertes Marktfest statt.

In Niederreichenthal brach im landwirtschaftlichen Anwesen des „Pötschergutes“ am 8. September 1993 gegen 23.30 Uhr ein Brand aus, welcher  durch einen elektrischen Defekt beim Traktor ausgelöst wurde. Bei diesem Einsatz, an dem elf Feuerwehren mit insgesamt 174 Mann ausgerückt waren, konnte zwar der gesamte Viehbestand in Sicherheit gebracht werden, das Wirtschaftsgebäude war jedoch nicht mehr zu retten.

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Brand beim Pötschergut im September 1993

Am 24. Februar 1994 rückten 22 Mann zum Werkstättenbrand bei der Familie Schwingshandl vulgo Söser aus, Ursache war ein defekter Heizstrahler.
Am 1. September 1994 rückten die 3 Gemeindefeuerwehren mit insgesamt 54 Mann (Reichenthal mit 14 Mann) zum Brand in der Werkstätte der Fa. Rittirsch aus. Der Brand konnte durch das rasche Vordringen auf den Ausbruchsort beschränkt werden. Als Ursache wurde Selbstentzündung durch Lösungsmittel festgestellt.

Aufgrund der extremen Trockenheit im Jahr 1994 mussten mit dem Tanklöschfahrzeug 86 Ausfahrten für die Notwasserversorgung in der Ortschaft Kohlgrub, teilweise auch in Stiftung getätigt werden. Insgesamt wurden 172.000 Liter Trinkwasser transportiert.
Am 6. Juli 1994 konnten aufgrund des Interesses erstmals seit der Nachkriegszeit wieder zwei weibliche Mitglieder in der Feuerwehr Reichenthal aufgenommen werden.
Weitere Anwärterinnen folgten im selben Jahr. Für kurze Zeit kommt sogar eine eigene weibliche Bewerbsgruppe zustande.

Ab dem Jahr 1995 wurden 8 Jahre hintereinander Feuerwehrbälle im Gasthaus Preinfalk mit dem Titel „Ibiza-Party“ veranstaltet.

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Am 1. Mai 1995 rückte die FF Reichenthal mit 20 Mann zum Brand des Sägespänesilos der Fa. Pühringer in Böhmdorf aus, welcher durch einen Blitzschlag ausgelöst wurde.

Tag der offenen Tür am 17. und 18. Juni 1995 mit Spritzenweihe der neuen Motorspritze TS FOX.

Im Jahr 1995 wurde zur besseren Hörbarkeit bei Zivilschutz- und Feueralarmierungen beim Wählamt Gemeindeberg eine 2. Sirene installiert.

Am 27. Februar 1996 rückte die FF mit dem Tanklöschfahrzeug und Löschfahrzeug LFB zum Brand des Landwirtschaftsgebäudes Binder in Hirschbach mit insgesamt 12 Mann aus (insgesamt 11 Feuerwehren mit 153 Mann).

Am 10. März 1996 wurde die Freiwillige Feuerwehr zu einem Küchenbrand in einem Wohnhaus am Schlossblick gerufen. Brandursache war Fettentzündung.

Zu einem Hochwassereinsatz infolge eines Wolkenbruches rückten am 9.6.1996 zehn Mann in Hayrl und in der Nachbargemeinde Schenkenfelden  aus.
Eine Verpuffungsexplosion löste in der Hackschnitzelheizung beim Anwesen der Fam. Stöllner in Lichtenstein in Schenkenfelden in der Nacht zum 26.8.1996 einen Brand aus. Acht Feuerwehren mit 114 Mann, davon 12 Mann aus Reichenthal, waren bei diesem Einsatz dabei.

Am 4. Oktober 1996 brannte die Fischerhütte vom „Fischer-Lois“ (Besitzer Schauer Ernst) ab, die drei Gemeindefeuerwehren rückten mit insgesamt 48 Mann (davon 22 Mann aus Reichenthal) aus.

Ein Flurbrand bei der Hammermühle in Niederreichenthal 10 wurde durch die Feuerwehren Reichenthal (20 Mann) und Stiftung (6 Mann) am 24.2.1998 gelöscht.

Zu einem tragischen Verkehrsunfall mit Todesfolge wurde die FF am 23.7.1998 gerufen. Bei einem Überholmanöver zwischen Reichenthal und Liebenthal kollidierte ein Mopedlenker mit einem PKW, der Mopedfahrer aus Königschlag erlag seinen schweren Verletzungen.

Zu einem Brand einer Holzhütte in Schöndorf rückten am 19.12.1998 18 Mann aus Reichenthal aus.

Vermutlich durch eine Zigarette wurde am 26.12.1998  im Cafe Pedro im Oberen Markt ein Brand ausgelöst, zu dem die 3 Gemeindefeuerwehren mit insg. 38 Mann alarmiert wurden. Das Gebäude konnte gerettet werden, die Einrichtung wurde jedoch durch die Flammen zerstört.

Insgesamt 12 Feuerwehren mit 178 Mann rückten in der Nacht zum 20.7.1999  zum Brand des landwirtschaftlichen Gebäudes des „Bau´n-Gutes“ in Schöndorf aus. Reichenthal war mit 16 Mann vertreten.

4. Oktober 1999: KFZ-Brand in Stiftung Nr. 8; Reichenthal rückte mit 15 Mann aus.

Im leeren Hühnerstall der Fam. Pachinger vulgo Koller in Miesenbach brach ein Brand aus, der 9 Feuerwehren aus der Umgebung am 15.9.1999 zum Einsatz rief. Reichenthal war mit 15 Mann dabei. Der Stall konnte nicht mehr gerettet werden, es entstand ein Schaden in (Schilling-)Millionenhöhe.

Zu Hochwassereinsätzen in Schenkenfelden am 6.8.2000 rückten fünf Mann von der FF Reichenthal aus.

Beim 50-jährigen Markterhebungsfest der Gemeinde im August 2000 nahm die FF mit einem Buschenschank und einem Zeughaus-Clubbing sowie mit einer Kinderdisco teil.

Durch einen Rückbrand über die Förderschnecke brach am 5.9.2000  im Lager der Hackschnitzelheizung der Familie Tröbinger in Vierhöf ein Feuer aus, zu dem die drei Feuerwehren der Gemeinde Reichenthal (14 Mann aus Reichenthal) und die benachbarte Feuerwehr Schwandt-Freudenthal gerufen wurden. Durch den raschen Einsatz konnte eine Ausweitung des Brandes verhindert werden.

Am 4.5.2001 brach im landwirtschaftlichen Gebäude der Familie Prückl Josef in Eibenstein 17, ausgelöst durch einen Blitzschlag, ein Großbrand aus, der einen Schaden von 3,5 Mio Schilling verursachte. 13 Feuerwehren waren mit insgesamt 201 Mann vor Ort (die FF Reichenthal mit 24 Mann). 60 Tiere konnten vor dem Feuer gerettet werden.
Am 24.8.2001 gab es auf der Summerauer Landesstraße zwischen Reichenthal und Kampelmühle einen Frontalzusammenstoß von zwei PKW´s. Die FF Reichenthal war mit 16 Mann ausgerückt. Die Feuerwehren Schenkenfelden und Bad Leonfelden konnten die Insassen teilweise nur mittels Spreizer und Schere aus dem Auto befreien. Bei diesem tragischen Verkehrsunfall kam ein junger Mann aus Waldburg ums Leben, weitere Personen wurden schwer verletzt.

Am 25.8.2001 wurde im GH Kreuzer ein Stadlfest veranstaltet und in den nächsten Jahren wiederholt.

Im Jahr 2002 wurde das Mühlviertel gleich zweimal wegen massiver Regenfälle durch Hochwasser heimgesucht. So mussten die Feuerwehrleute am 21. März zur Grasslmühle in Allhut sowie zur Hofmühle und zum Mühlenmusem in Hayrl mehrmals mit Pumpen und Sandsäcken ausrücken. In der Grasslmühle war das Hochwasser so stark, dass die Zufahrtsbrücke teilweise weggerissen wurde und somit gänzlich entfernt werden musste.

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Hochwasser 2002

Am 7. und 8. August nahm die Hochwasserkatastrophe noch größere Formen an. Im ganzen Bundesland Oberösterreich wurden großflächig Überschwemmungen gemeldet, besonders im Bereich der Donau, der Enns und der Krems mussten alle Hilfskräfte mobilisiert werden. In Reichenthal waren besonders die Steingarten-Siedlung und die Ortschaft Hayrl im Bereich des Kettenbaches betroffen.
Zur Hilfeleistung im Gebiet Freindorf in der Gemeinde Ansfelden wurde eine Hilfsgruppe aus dem Kreis der Kameraden der FF Reichenthal entsendet.

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Hochwasser 2002

Am 26.4.2002 kollidierten auf der Landesstraße Richtung „Kampelmühle“ zwei Autos, wobei beide Fahrzeuglenker schwer verletzt wurden. An den Fahrzeugen entstand Totalschaden. Die FF Reichenthal half mit sieben Mann bei der Bergung.
Zu einem PKW-Brand am 16.6.2002 rückten 13 Mann nach Stiftung beim Sägewerk Handlbauer aus.

Im Jahr 2003 wurde in Schwarzenbach am östlichen Dorfrand ein neuer gedeckter Löschbehälter unter Mithilfe der Feuerwehrkameraden errichtet. Aufgrund der schlechten Hörbarkeit der Reichenthaler Sirene wurde in Schwarzenbach auch eine Alarmsirene montiert.

Am 30.7.2004 hatte das 1. Schlossfest der Feuerwehr im Schloss Waldenfels mit der Bezeichnung „Schlosszauber“ Premiere, eine Wiederholung folgte in den Jahren 2005 und 2006.

Bei einem Autounfall vom 26.6.2005 im Eibensteinerholz waren Feuerwehren mit insgesamt 67 Mann eingesetzt, 29 Mann davon aus Reichenthal. Der Lenker erlitt einen Halswirbelbruch. Da das Auto auf dem Dach lag, wurden die Rettungsarbeiten umso mehr erschwert.

Wegen der vermehrten schweren Autounfälle wurde im Kommando der Beschluss gefasst, dass zur
schnelleren und besseren Personenbergung aus Fahrzeugen das neue LFB-A2 mit den hydraulischen Geräten Spreizer und Schere versehen werden soll.

Aufgrund von extremen Schneefällen musste die Feuerwehr Reichenthal im Februar 2006 gleich mehrmals ausrücken, um die Dächer im Bereich des Marktplatzes und der öffentlichen Gebäude ab zu schaufeln. Es bestand höchste Einsturzgefahr. Im gesamten Bundesland Oberösterreich und in Bayern wurden einige Dacheinstürze gemeldet. Die Feuerwehr leistete über 400 Einsatzstunden, es wurden insgesamt rund 6.000 m2 gefährdete Dachflächen ab geschaufelt (19 Privathäuser, 8 öffentliche Gebäude, so wie 10 Firmengebäude).

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Schnee vom Hauptschuldach abschaufeln im Jahr 2006

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Am 31.3.2006 wurden Pumparbeiten bei mehreren Überschwemmungen in der Steingarten-Siedlung und in Hayrl durchgeführt.

Mit dem Tanklöschfahrzeug und drei Mann mit schwerem Atemschutz rückte die FF zum Brand des Sportplatzgebäudes der UNION Rainbach i.M. aus.

In der Großtischlerei Manzenreiter brach am 27. Juli 2007 im Lackierraum bei der Absauganlage ein
Brand aus. Mittels Einsatz von schwerem Atemschutz konnte das Feuer gelöscht werden und so ein Übergreifen auf andere Gebäudeteile verhindert werden. Insgesamt waren 9 Feuerwehren mit 102 Mann ausgerückt.

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Brand in der Tischlerei Manzenreiter im Jahr 2007

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Am 27. Jänner und am 2. März 2008 musste mehrmals zu Sturmschäden ausgerückt werden, weil die umgefallenen Bäume die Straße behinderten.

Ab Mai 2008 wurde das jährliche Schlossfest „Backdraft“ veranstaltet, und aufgrund des Erfolges in weiteren zwei Jahren wiederholt.
Zu einem Schwelbrand im GWB-Holzhaus rückte die FF am 19.9.2008 mit 17 Mann aus, durch den raschen Einsatz konnte Schlimmeres verhindert werden. Der Brand war durch einen elektrischen Defekt in der Lüftungsheizung entstanden.

Zu einem Rückbrand der Hackschnitzelheizung der Familie Denkmayr in Stiftung rückte die FF Reichenthal (neben den Feuerwehren Stiftung und Miesenbach) mit 22 Mann aus.

Am Morgen des 3.12.2008 mussten 3 Personen (davon 2 Kameraden der FF Reichenthal) in Lahrndorf aus dem PKW geborgen werden, nachdem sie auf dem Weg zur Schule mit dem Auto auf der eisglatten Fahrbahn abgekommen waren und gegen einen Baum prallten.

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PKW-Bergung nach Verkehrsunfall am 03. Dezember 2008

Am 5. Mai 2009 brach im Lagerraum des Gewerbebetriebes Rittirsch in Hayrl ein Brand aus, der das Lagergut vernichtete. 9 Feuerwehren mit 150 Mann waren ausgerückt, durch den raschen Einsatz konnte ein Übergreifen auf das Wohnhaus und den Betrieb verhindert werden.

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Brand bei der Tapeziererei Rittirsch am 5. Mai 2009

Am 25. Juni 2009 brach in der Küche einer Familie im Steingarten ein Brand aus, Ursache war Öl, welches sich am Herd entzündete. Ein Nachbar leistete mittels Feuerlöscher erste Brandhilfe, durch den weiteren Einsatz der 3 Gemeindefeuerwehren unter Verwendung des schweren Atemschutzes konnte noch Schlimmeres verhindert werden. Ein Großteil der Küche war jedoch nicht mehr zu retten.

Am 3. Februar 2010 rückte die Feuerwehr zum Brand einer Waschmaschine im Keller eines Wohnhauses beim Gemeindeberg aus.

Eine Serie von Brandstiftungen beschäftigte die Feuerwehr im Jahr 2009 und 2010. Waren es anfangs nur Papier- und Plastikcontainer, so gerieten später auch Scheunen und Gartenhütten in das Visier des Brandstifters. Der größte Schaden entstand am 7. Juni 2010:
Um 19.30 Uhr abends wurden neben Reichenthal noch weitere 9 Feuerwehren mit insgesamt 156 Mann zum Brand des Schloss-Stadels alarmiert. Da im Stadel Stroh und Heu sowie Bauholz gelagert war, brannte das 300 Jahre alte Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Drei landwirtschaftliche Geräte sowie die Verkaufsstanderl der Reichenthaler Wirtschaft fielen ebenfalls den Flammen zum Opfer.
Nach weiteren kleinen Zündeleien konnte schließlich der Brandstifter von der Polizei gefasst werden. Da dieser ein Mitglied der FF Reichenthal war, war die Bestürzung in den Reihen der Kameraden natürlich sehr groß.

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Brand der Schloss-Scheune am 7. Juni 2010

Am 9. Juni 2010 musste die Freiwillige Feuerwehr Reichenthal zur Bergung eines PKW nach einem Verkehrsunfall auf der Summerauer Landesstraße im Gebiet von Königschlag ausrücken.

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PKW-Bergung nach Verkehrsunfall am 9. Juni 2010

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Zu einem Fahrzeugbrand rückten 12 Mann am 11.6.2010  in die Sportplatzstraße aus.

Das Jahr 2013 begann am 6. Jänner mit einem Großbrand. In der Ortschaft Miesenbach brach im Hühnermaststall des „Blaslbauern“ ein Brand aus, welcher das 100 m lange Gebäude bis auf die Grundmauern einäscherte. Der Stall war zum Glück leer. 14 Feuerwehren waren mit 200 Mann zur Stelle und schirmten das nebenstehende Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude ab. Auch ein Gastank musste gekühlt werden, um einer mögliche Explosion vorzubeugen.

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Hühnerstallbrand am 6. Jänner 2013

Durch tagelange Regenfälle kam es in einigen Ländern Europas, vor allem auch in Österreich, zu starken Überschwemmungen. Man sprach von einem 100jährigen Hochwasser, im Bereich von Passau sogar von einem 500jährigen Hochwasser (12,89 m Hochwasserpegel am 3.6.2013). Die Donau erreichte am Morgen des 4. Juni 2013 in Linz einen Pegelhöchststand von 9,17 m. Unsere Feuerwehrkameraden rückten zu Hilfsdiensten bei den Gemeinden Feldkirchen und Goldwörth aus, die in unserem Bezirk besonders betroffen waren. Es wurden mehrere Tage
Keller ausgepumpt, Gebäude ausgeräumt und Donauschlamm weggeschaufelt.

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Hochwassereinsatz in Feldkirchen und Goldwörth im Juni 2013

Fahrzeuge und Ausrüstung

Gleich zur Gründung im Jahr 1888 wurde eine fahrbare Kastenspritze angeschafft, zu deren Bedienung mindestens 8 Mann erforderlich waren. Die Kastenspritze war eine doppelwirkende Hebelpumpe in einem offenen Holzkasten, in welchem das Löschwasser eingefüllt werden musste. Die Spritze wog sehr schwer und benötigte zum Pumpen acht Mann.
Die Anschaffung der Spritze und der notwendigen Ausrüstung wurde mittels einer „Majestätsspende“, des Weiteren mit einer Gemeindebeihilfe sowie mit Spenden aus der Bevölkerung finanziert.

Am 20. September 1928 bestellte die FF die erste zweizylindrige Motorspritze Type II bei der Firma Rosenbauer zum Preis von 5.200,- Schilling. Gleichzeitig wurde der Auftrag für einen Spritzenwagen an den Schmiedemeister Josef Oßberger zum damaligen Auftragswert von 1.000 Schilling vergeben. Der Spritzenwagen war für ein Pferdegespann ausgerichtet. Die Spritzenweihe erfolgte am 30. Juni 1929.
Der Spritzenwagen befindet sich noch immer im Besitz der FF Reichenthal. Die Motorspritze aus dem Jahre 1928 wurde vom ehemaligen Gerätewart Sepp Oßberger wieder funktionstüchtig gemacht und beim Jubiläumsfest 2013 vorgeführt.

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Der Spritzenwagen "made in reichenthal" Baujahr 1929 samt Motorspritze Rosenbauer

Eine Bestandsaufnahme vom 20.  September 1938 (im Jahre des Einmarsches der deutschen Wehrmacht) weist je eine Motorspritze in Reichenthal, Stiftung  und Miesenbach sowie 2 Handdrückspritzen in Reichenthal und je eine Handdrückspritze in Stiftung und Miesenbach aus.

Am 29. Juli 1944 wurde an die Freiwillige Feuerwehr Reichenthal eine Tragkraftspritze TS 8 Type Mehrwald-DKW samt Anhänger TSA ausgeliefert.   Am 18. August 1944 wurde das zum Anhänger gehörende Löschfahrzeug Lf8 Type Austro-Fiat nachgeliefert, damit war die FF Reichenthal erstmals motorisiert.
Im Jahr 1954 kaufte die FF von der Postdirektion in Linz einen alten Steyr Type A zum Preis von 3.200 Schilling. Das Fahrzeug war vorher sogar schon in Afrika im Einsatz. Die Feuerwehrkameraden bauten den Steyr auf ein Rüstfahrzeug um. Dieses konnte dann bereits bei der Hochwasserkatastrophe im Jahr 1954 in Goldwörth eingesetzt werden.

Bei einer verkehrstechnischen Überprüfung im Jahr 1966 wurde wegen grober, technischer Mängel das Kennzeichen vorübergehend eingezogen. Erst nach einer gründlichen Generalüberholung wurde wieder die Straßenzulassung verfügt.
Am 25. Mai 1958 wurde eine neue Tragkraftspritze Type Rosenbauer VW 122 angekauft, im selben Jahr fand das 70jährige Gründungsfest mit Weihe der neuen Spritze statt.

Im Jahr 1968 ersetzte man den Steyr durch einen Barkas-Kombi zum Preis von  36.000,-Schilling. Wieder mussten Umbauarbeiten getätigt werden.

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Übergabe des Löschfahrzeuges "Barkas" im Mai 1968 (von links nach rechts: Kdt. Pühringer, Erich Prungraber, Sepp Oßberger, Josef Manzenreiter, Fritz Wurm, Franz Baumgartner, Josef Fürlinger, Gottfried Manzenreiter, Karl Pirklbauer)

Am 17. April 1976 ersetzte man die alte Tragkraftspritze durch eine neue Rosenbauer-Rotax 635,
Type TS 75.
 
Nachdem im Jahr 1977 das alte Löschfahrzeug Steyr Type A den technischen Anforderungen nicht mehr entsprach, wurde ein Fahrzeugwechsel unausweichlich. Und so entschloss man sich, ein neues Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung „Mercedes 409“ anzuschaffen. Mit Förderung des Landesfeuerwehrkommandos und der Gemeinde sowie mit einem Drittel aus Eigenmitteln der Feuerwehr wurde ein Mercedes-LKW samt Notstromaggregat zum Preis von  450.000,- Schilling angekauft.

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Löschfahrzeugankauf LFB Baujahr 1977

Am 15. April 1981 fand die Übergabe des neuen Tanklöschfahrzeuges TLF/TRUPP 2000 durch die Fa. Rosenbauer statt. Zu den Kosten von 970.000,- Schilling steuerte die FF Reichenthal 200.000,- Schilling bei. Eine spätere Haussammlung zur Ausfinanzierung des Fahrzeuges erbrachte 61.340,- Schilling.

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Am 6.12.2008 hat unser langjähriger Zeugwart Sepp Oßberger das ausgediente Tanklöschfahrzeug an den neuen Besitzer aus Deutschland übergeben.

Im März 1984 wurde die FF Reichenthal erstmals mit 3 schweren Atemschutzgeräten ausgestattet.

In der außerordentlichen Sitzung am 20.3.1991 beschloss das Kommando den Ankauf bzw. Umbau eines gebrauchten Mannschafts-Transportfahrzeuges der Marke Renault Traffic Diesel BJ 1986 mit 130.000 km um 80.000,- Schilling. Zur Finanzierung gaben drei Kommandomitglieder
einen privaten Zwischenkredit von insgesamt 30.000,- Schilling. Die Fahrzeugsegnung war am 13. Juni 1992.

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Am 8.8.2001 bestellte die FF ein IFEX-Löschgerät zu Kosten von 95.600,- Schilling. Dieses Löschgerät verschafft der Feuerwehr mehr Flexibilität und Zeitgewinn bei Wohnungs- und Fahrzeugbränden.

Im Jahr 2004 wurde von der Fa. Oßberger ein gebrauchter „Renault Master“ zum Preis von 15.000,- Euro angekauft. Mit weiteren Mitteln und bei vielen freiwilligen Stunden wurde das Fahrzeug in Feuerwehrfarbe lackiert und zu einem Kommandofahrzeug umgebaut. Die Fahrzeugweihe erfolgte anlässlich der Veranstaltung „Schlosszauber“ im Schloss Waldenfels am 22. Juli 2005.

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Das Kommandofahrzeug Baujahr 2000

Zur Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges mit Bergeausrüstung (LFB-A2) entschloss man sich im Jahr 2002, da das bestehende LFB 25 Jahre alt war. Nach zweijähriger Wartezeit beim Landesfeuerwehrverband sowie nach Genehmigung des Finanzierungsplanes konnte der Gemeinderat am 15.12.2004 den Beschluss fassen, an die Firma Rosenbauer in Leonding den Auftrag zur Lieferung des neuen Fahrzeuges zu vergeben. Preis: 223.000,- Euro plus Pflichtbeladung 58.128,- Euro. Die notwendigen Mittel wurden durch das Land OÖ, die Gemeinde und die Feuerwehr aufgebracht.

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Löschfahrzeug LFB-A2 Baujahr 2005

Da auch das Tanklöschfahrzeug mit 23 Jahren nicht mehr den Anforderungen entsprach, fasste das Kommando am 14.11.2004 den Grundsatzbeschluss für die Neubeschaffung. Neu  war, dass auch das TLF mit drei schweren Atemschutzgeräten ausgestattet werden musste, sodass der Feuerwehr nunmehr insgesamt sechs Atemschutzgeräte zur Verfügung stehen. Die Gemeinde vergab an den Bestbieter Fa. Rosenbauer den Auftrag zur Lieferung. Kosten des Fahrzeuges: 240.000,- Euro plus 27.000,- Euro für die Pflichtbeladung. Wiederum waren Land, Gemeinde und Feuerwehr gefordert, die notwendigen Finanzmittel aufzustellen. Die fördertechnische „Abnahme“ des Fahrzeuges durch das Landesfeuerwehrkommando erfolgte am 9. Dezember 2008. tlf-bj2008
Tanklöschfahrzeug TLF-2000, Baujahr 2008

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Anlässlich des Schlossfestes am 29. Mai 2009 erfolgte die Fahrzeugweihe des Tanklöschfahrzeuges, an der die Ehrengäste des Landes (LHStv. Strugl), des Abschnittes und der Gemeinde teilnahmen.

Chronik des Kommandos

Kommandanten

Karl Preinfalk    1888 – 1892
Franz Apfolterer    1892 – 1893
Karl Gilhofer     1893 – 1897
Johann Frauenhuber    1897 – 1900
Alois Beran    1900 – 1909
Michael Tröbinger    1909 – 1923
Michael Preinfalk    1923 – 1939
Michael Hackl    1939 – 1947
Ludwig Windhager    1947 – 1949
Michael Preinfalk    1949 – 1953
Johann Nimmervoll    1953 – 1954
Josef Lang    1954 – 1956
Anton Pirklbauer    1956 – 1964
Konrad Nimmervoll    1965 – 1967
Alois Pühringer    1967 – 1976
Franz Baumgartner    1976 – 1988
Ing. Rupert Ritirc    1989 – 1992
Josef Oßberger    1992 – 2008
Andreas Gierer    2008 - 2018
Daniel Weichselbaum   seit 2018

Kommandanten-Stellvertreter

Karl Biberhofer    1880 – 1890
Josef Freller    1890 – 1892
Johann Stumptner    1892 – 1897
Anton Pawel    1897 – 1900
Josef Freller    1900 – 1902
Florian Hofer    1902 – 1904
Karl Preinfalk    1904 – 1926
Anton Pirklbauer    1927 – 1939
Mathias Seiberl    1939 – 1943
Josef Weißenböck    1943 – 1945
Anton Preinfalk    1956 – 1958
Anton Pirklbauer    1949 – 1953
Michael Preinfalk    1953 – 1954
Anton Pirklbauer    1954 – 1956
Anton Preinfalk    1956 – 1958
Johann Nimmervoll    1958 – 1965
Konrad Nimmervoll    1965 – 1967
Josef Lang    1967 – 1973
Konrad Nimmervoll    1973 – 1974
Franz Baumgartner    1974 – 1976
Franz Frauenhuber    1976 – 1983
Ing. Rupert Ritirc    1983 – 1989
Josef Oßberger jun.    1989 – 1993
Mag. Rupert Ritirc    1993 – 2008
Gerhard Pötscher    2008 – 2018
Herbert Preinfalk   seit 2018

Schriftführer

Adolf Kanamüller    1888 – 1892
unbekannt    1892 – 1900
Josef Lang    1900 – 1905
Michael Tröbinger    1906 – 1909
Alois Beran    1909 – 1915
unbesetzt    1915 – 1919
Johann Barth    1919 – 1925
Josef Oßberger    1925 – 1925
Norbert Mayer    1925 – 1928
Michael Hackl    1928 – 1939
Josef Oßberger    1939 – 1940
unbesetzt    1940 – 1946
Franz Domaschko    1946 – 1951
Josef Oßberger    1951 – 1952
Josef Oßberger jun.    1952 – 1956
Ernst K. Grundemann    1956 – 1958
Franz Baumgartner    1958 – 1965
Wilhelm Schwarzenberger        1965 – 1967
Franz Baumgartner    1967 – 1974
Gottfried Manzenreiter    1974 – 1974
Karl Leitner    1974 – 1988
Mag. Rupert Ritirc    1988 – 1993
Josef Tröbinger    1993 – 2013
Dominik Hainzl    2013 – 2018
Rudolf Hainzl   seit 2018

Kassenführer

Adolf Kanamüller    1888 – 1892
unbekannt    1892 – 1900
Josef Lang    1900 – 1905
Michael Tröbinger    1906 – 1909
Alois Beran    1909 – 1915
Johann Barth    1919 – 1925
Josef Böhm    1925 – 1926
Franz Kurz    1926 – 1928
Josef Oßberger    1928 – 1929
Michael Hackl    1928 – 1929
Karl Pirklbauer    1929 – 1933
Peter Domaschko    1933 – 1939
Ludwig Kasper    1946 – 1958
Robert Wirthl    1958 – 1988
Leopold Walchshofer    1988 – 2003
Jürgen Hainzl    2003 – 2013
Martin Preslmayr  2013 – 2018
Lukas Preinfalk   seit 2018

Gerätewarte

Michael Tröbinger    1888 – 1892
Alois Malzner    1892 – 1898
Anton Pirklbauer    1898 – 1900
Franz Lang    1900 – 1936
Emanuel Atzmüller    1936 – 1946
Franz Stumptner    1946 – 1947
Moritz Mülleder    1947 – 1952
Karl Pirklbauer    1952 – 1958
Gottfried Anzinger    1958 – 1963
Alois Ritirc    1963 – 1965
Wilhelm Goldmann    1965 – 1965
unbesetzt    1965 – 1966
Leopold Kampelmüller    1966 – 1967
Josef Oßberger/Franz Roland        1967 – 1973
Josef Oßberger/Franz Lengauer        1973 – 1974
Josef Oßberger/Gottfried Manzenreiter    1974 – 1978
Josef Oßberger/Franz Lengauer        1978 – 1983
Josef Oßberger    1983 – 2005
Andi Fuka/Herbert Preinfalk    2005 – 2018